Time-Service

GPS-Antenne auf dem Dach der Chemie Zur Synchronisation ihrer Uhren bedienen sich Rechner der Zeitangabe, die sie sich über das Netz von einem Timeserver besorgen. Solch ein Timeserver ist ein für diese Aufgabe ausgewählter Rechner, der sich seinerseits die exakte Uhrzeit von einer genau gehenden Uhr besorgt oder von anderen Systemen, die an eine solche Uhr angeschlossen sind.

Sowohl Windows-, Macintosh- als auch Unixrechner können die Dienste des Timeservers in Anspruch nehmen.

Die zentralen Timeserver der Freien Universität Berlin können mit den Namen

time.fu-berlin.de
zeit.fu-berlin.de

angesprochen werden.

Die Timeserver der ZEDAT beziehen ihre Zeit aus zwei Quellen: Zum einen wird das Zeitsignal eines lokalen GPS-Empfängers ausgewertet, dessen Antenne sich auf dem Dach der Anorganischen Chemie befindet. GPS eignet sich als Zeitquelle, da die Positionsbestimmung selbst auf exakte Zeitsynchronizität angewiesen ist. Als GPS-Empfänger setzt die ZEDAT den GPS-Satellitenempfänger GPS167BGT der Firma Meinberg ein. Zum anderen wird der Timeserver der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) ausgewertet. Aus beiden Signalen wird dann die endgültige Zeit generiert, die die Timeserver weitergeben.

Die Timeserver stellen die Uhrzeit mittels verschiedener Protokolle zur Verfügung:

1. Network Time Protokoll (NTP)

Das Network Time Protokoll ist ein aufwendiges Verfahren, um die Zeit mit hoher Genauigkeit über das Internet zu synchronisieren. Die Uhrzeit wird bei NTP immer in UTC ("Temps Universel Coordonné", koordinierte Weltzeit) ausgegeben, so dass der lokale Offset und die Sommerzeit-Umschaltung auf dem Client-System erfolgen muss.

Die Synchronisation mit einem Timeserver unter Windows ist in unserem Merkblatt Tip4U #075 beschrieben.

Unter Mac OS X kann der Server zur Zeitsynchronisation in den Systemeinstellungen unter Datum & Uhrzeit konfiguriert werden.

Bei den meisten Linux-Distributionen sorgt der ntp-Dämon ntpd für den Zeitabgleich. Falls dieser bereits installiert ist, kann der verwendete Server in der Konfigurationsdatei /etc/ntp.conf eingestellt werden. Einige Distributionen verwenden stattdessen periodische Aufrufe von ntpdate; die entsprechende Konfiguration ist dann in /etc/default/ntpdate zu finden. Sollten diese beiden Dateien nicht existieren, müssen zuvor die entsprechenden Pakete installiert bzw. die Dienste aktiviert werden. Die genaue Vorgehensweise dazu sollte in der Dokumentation der jeweiligen Distribution zu finden sein.

2. Time Protokoll

Das Time-Protokoll liefert die Zeit in einer maschinenlesbaren Form und kann sehr einfach abgefragt werden. Das Time Protokoll liefert die Zeit ebenfalls in UTC.

3. Daytime Protokoll

Daytime liefert Datum und Uhrzeit in einer menschenlesbaren Form an. Leider ist das Format nicht standardisiert und daher nur bedingt für maschinelle Auswertung geeignet. Die Ausgabe erfolgt bei den Timeservern der ZEDAT in der lokalen Zeitzone unter Berücksichtigung der Sommerzeitumschaltung.

4. SMB-Protokoll

Windows-Clients können durch den Befehl "NET" mit dem Timeserver synchronisiert werden, was bei Rechnern, die dauerhaft mit dem Internet verbunden sind, beim Booten automatisch durchgeführt werden kann. Die Zeit wird dabei entsprechend der lokalen Zeitzone und unter Berücksichtigung der Sommerzeitumschaltung übermittelt.

Zur Zeitsynchronisation kann der Befehl

NET TIME \\time.fu-berlin.de /set /yes

verwendet werden.

Technische Angaben

  • Server-Hardware: HP DL380
  • Betriebssystem: Debian Linux
  • Timeserver-Software: ntpd